GreenDIGIT: Digitale Infrastrukturen Grüner Machen
Sustainability |
Grüne Zahlen statt grauer Emissionen
Digitale Technologien verursachen bereits 3–4 % der globalen Treibhausgasemissionen – mit steigender Tendenz. Besonders Rechenzentren und Netzwerke verbrauchen große Mengen an Energie, während datenintensive Prozesse die Bedeutung von Forschungsinfrastrukturen (RIs) weiter erhöhen. Diese parallele Entwicklung macht nachhaltige Lösungen dringend erforderlich. GreenDIGIT setzt genau hier an und verfolgt einen Ansatz, der physische Infrastrukturen, Monitoring-Tools und nutzerseitige Optimierungen gezielt verbindet, um die Umweltbelastung systematisch zu reduzieren.
Auf dieser Grundlage entwickelt GreenDIGIT eine Referenzarchitektur für nachhaltige RIs, die den gesamten Lebenszyklus abdeckt. Sie erfasst und optimiert Energieeffizienz, Umweltwirkungen sowie Betriebsmodelle und schafft damit die Basis für fundierte Entscheidungen. Darauf aufbauend entstehen Methoden zur Impact-Bewertung sowie technische und politische Handlungsempfehlungen. Ergänzende Schulungsprogramme stellen sicher, dass alle beteiligten Akteure diese Ansätze praktisch anwenden und weiterentwickeln können.
Open Science als zentraler Bestandteil
Ein zentraler Bestandteil dieser nachhaltigen Transformation ist die Forschungsreproduzierbarkeit im Sinne der Open Science. Indem Forschende Daten, Methoden und Ergebnisse frühzeitig teilen, vermeiden sie Doppelarbeit und sparen Ressourcen. Werkzeuge wie versionsbasierte Systeme, Jupyter Notebooks und Workflow-Management unterstützen diesen Prozess technisch. Gleichzeitig erfordern heterogene Edge-Cloud-Infrastrukturen flexible Lösungen, die Experimentmanagement und Datenintegration nahtlos miteinander verbinden.
Reproduzierbare Experimente lassen sich in unterschiedlichen Umgebungen ausführen und effizienter nutzen, was sowohl die Ressourcenauslastung verbessert als auch die Belastbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse erhöht. Dadurch sinkt der Bedarf an Wiederholungen deutlich. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, entwickelt das Projekt eine integrierte „Reproducibility as a Service“-Umgebung, die Automatisierung, Standardisierung, Datamanagement und Kollaboration systematisch zusammenführt.
Diese technischen und methodischen Ansätze greifen ineinander und unterstützen die übergeordneten Ziele von GreenDIGIT: Das Projekt analysiert bestehende Praktiken in europäischen Forschungsinfrastrukturen, entwickelt darauf aufbauend nachhaltige Designprinzipien und stellt innovative Technologien zur Reduktion des Energieverbrauchs bereit. Gleichzeitig befähigt es Forschende durch geeignete Tools und Wissenstransfer, aktiv zu einer langfristig umweltbewussteren Nutzung digitaler Infrastrukturen beizutragen.
Forschende
Sebastian Gallenmüller, Kilian Holzinger, Johannes Späth, M.Sc. und Prof. Dr.-Ing. Georg Carle beim Lehrstuhl für Netzwerkarchitekturen und -dienste