Willkommen, Professor Sebastian Werner
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Was waren die wichtigsten Stationen in Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn?
Ich habe an der Technischen Universität Berlin studiert und dort ab 2017 am Lehrstuhl für Information Systems Engineering von Professor Stefan Tai in Forschung und Lehre gearbeitet sowie 2023 promoviert. Von 2024 bis 2025 hatte ich die Möglichkeit, an der Universität Hamburg als Vertretungsprofessor das Fachgebiet Softwaretechnik und Konstruktionsmethoden zu leiten, das zuvor Professor Matthias Riebisch sowie zuletzt Professor André van Hoorn innehatte. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass mir die Rolle als Professor sehr viel Freude macht. Umso schöner ist es für mich, nun meine Tenure-Track-Professur für Information Systems Engineering an der TUM anzutreten.
Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte?
Ich forsche zum qualitätsorientierten Entwurf und Betrieb cloud-nativer Informationssysteme. Seit einigen Jahren liegt mein Fokus dabei auf deren Nachhaltigkeit. Ich untersuche, wie sich Entwurfsentscheidungen auf Energieverbrauch und Emissionen auswirken, und suche nach Lösungen, die beides senken, ohne andere Qualitätsmerkmale wie Leistung oder Kosten zu beeinträchtigen. Dabei betrachte ich den gesamten Lebenszyklus, von der Konzeption bis zum Betrieb, und insbesondere das Zusammenspiel von Anwendung, Plattform und Organisation. Denn gerade bei derart komplexen Qualitätseigenschaften greifen Verbesserungen selten an einer einzelnen Stellschraube, sondern entstehen aus dem Zusammenwirken verschiedener technischer und organisatorischer Maßnahmen. Mit dem zunehmenden Einsatz von KI-Systemen wird dieses Thema noch einmal deutlich dringlicher.
Worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Position an der TUM am meisten?
In meiner neuen Position möchte ich die Forschung zur Nachhaltigkeit von Informationssystemen weiter ausbauen. Das Umfeld an der TUM bietet dafür hervorragende Voraussetzungen und insbesondere an der TUM School of Computation, Information and Technology (CIT) gibt es viele Kolleg:innen, bei denen ich großes Potenzial für gemeinsame Forschung sehe. Darüber hinaus bietet die TUM viele Gelegenheiten, mit Forschenden aus anderen Disziplinen an diesem Thema zusammenzuarbeiten. Auch das industrielle Umfeld in München bietet hervorragende Möglichkeiten, unsere Forschung in die Praxis zu überführen.
Besonders wichtig ist mir jedoch, ein starkes Team aus neugierigen und hervorragenden Doktorand:innen aufzubauen, sie bei ihren Forschungsprojekten zu begleiten und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Und natürlich möchte ich Studierende dazu inspirieren, beim Aufbau zukünftiger Softwaresysteme auch deren Nachhaltigkeit mitzudenken.
Was war Ihr größter wissenschaftlicher „Aha-Moment“?
Eine immer wiederkehrende Erkenntnis ist, dass technische Verbesserungen allein oft nicht ausreichen. Man kann sehr gute Ideen für effizientere Architekturen, besseren Quellcode oder nachhaltigere Infrastruktur entwickeln. Solche Ideen skalieren aber erst, wenn sie zu den Menschen und Organisationen passen, die die Systeme täglich entwerfen und betreiben. Wenn Entwickler:innen und Architekt:innen einer Lösung nicht vertrauen oder sie nicht in ihren Arbeitsalltag passt, wird sie in der Praxis sehr wahrscheinlich keine Anwendung finden. Deshalb versuche ich, möglichst praxisnah zu forschen und Lösungen gemeinsam mit Anwender:innen und der Industrie zu erproben.
Was steht ganz oben auf Ihrer persönlichen Bucket List?
Ich habe keine feste Bucket List, aber ich bin früher gerne klettern gegangen und hoffe, dass mir die Nähe zu den Bergen hilft, dieses Hobby wieder aufzunehmen. Außerdem möchte ich mir unbedingt einmal die Eisbachwelle ansehen und, wer weiß, vielleicht auch selbst ausprobieren.
Ansonsten möchte ich natürlich München und die Umgebung noch richtig kennenlernen. Ganz klassisch steht deshalb auf meiner Liste, mit meiner Partnerin nach und nach die Restaurants in den verschiedenen Stadtvierteln zu erkunden.