SLICES-Sustainability: Scientific Large-Scale Infrastructure for Computing/Communication Experimental Studies
Sustainability |
Forschende
Prof. Dr.-Ing. Georg Carle und Dr. Sebastian Gallenmüller am Lehrstuhl für Netzwerkarchitekturen und -dienste
Forschungsziele
Gemeinsam nachhaltige Forschungsinfrastrukturen in Europa schaffen
SLICES-Sustainability [1] gehört zu einer von der Deutschen Forschungsgemeinde geleiteten Initiative, die den nachhaltigen Betrieb von Forschungsinfrastrukturen (RIs) fördert. Die Initiative zielt darauf ab, die Lebensdauer bestehender RIs zu verlängern und deren Umweltbelastung zu senken. Im Projekt entwickeln Forschende ein technisches und operatives Rahmenwerk für die deutsche RI SLICES-DE [2]. Sie verbessern die Nachhaltigkeit der aktuellen Testbed-Landschaft, indem sie eine gemeinsame experimentelle Plattform sowie einen Software-Stack für die Forschung in der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) bereitstellen. So vermeiden sie redundante Entwicklungen von Experimentier-Frameworks, vereinfachen die Wartung von Testbeds an mehreren Standorten in Deutschland und machen vorhandene Ressourcen für die deutsche sowie – über SLICES-RI – für die europäische Forschungsgemeinschaft zugänglich.
SLICES-RI steht seit 2021 als eine von drei digitalen Forschungsinfrastrukturen im Fahrplan des Europäischen Strategieforums für Foschungsinfrastrukturen. Alle drei RIs verfolgen langfristige Konzepte und planen mit Laufzeiten von zehn Jahren oder länger. Im Unterschied zu den beiden anderen digitalen RIs, die digitale Dienste für verschiedene wissenschaftliche Disziplinen bereitstellen, konzentriert sich SLICES auf die ICT selbst und etabliert sich als europäische Referenzplattform für experimentell getriebene ICT-Forschung.
ICT ist mittlerweile das allgegenwärtige und kritische Kernstück der modernen Gesellschaft: Jeder Wirtschaftszweig und jede Einzelperson sind heute auf miteinander verbundene Computer angewiesen, die kommunizieren, um allgegenwärtige Dienste bereitzustellen. Gesellschaft und Wirtschaft sind daher grundlegend von ICT abhängig. Die entstehende SLICES-RI soll die europäische Forschung in ICT und verwandten Bereichen unterstützen. Die beteiligten Partner aus Deutschland, Belgien, Zypern, Finnland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden und der Schweiz haben entschieden, für die Verwaltung der SLICES-RI ein Konsortium für eine europäische Forschungsinfrastruktur als juristische Einheit einzurichten.
SLICES in Deutschland
Derzeit betreiben viele deutsche Forschungsteams eigene RIs für ICT. Sie organisieren diese meist als separate, eigenständige Testbeds und stimmen sich dabei weder national noch international ab. Am 8. Juli 2025 kündigte die deutsche Forschungsministerin Dorothee Bär an, dass SLICES-DE zu den neun groß angelegten Forschungsinfrastrukturen gehört, die Deutschland aufbauen will. SLICES-DE soll die deutsche ICT-Community zusammenbringen und eine leistungsfähige nationale Plattform über mehrere Standorte hinweg schaffen, die bestehende Testbeds in Deutschland integriert. Gleichzeitig stimmen die Beteiligten die Entwicklung dieser Plattform eng mit der europäischen SLICES-RI ab, um eine solide europäische Grundlage für die zukünftige ICT-Forschung zu etablieren.