VLDB zeichnet Jana Giceva für zukunftssichere Datensysteme aus
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Der Preis wurde auf der 52. International Conference on Very Large Data Bases (VLDB 2026) in Boston, Massachusetts, verliehen. Er zeichnet Wissenschaftler:innen aus, die nach ihrer Promotion mit einem spezifischen technischen Beitrag einen bedeutenden Einfluss auf ihr Forschungsgebiet ausgeübt haben.
Eine neue Vision für Datensysteme
Die Auszeichnung würdigt Gicevas visionäre Beiträge zur Entwicklung von Datensystemen, deren zentrale Softwareabstraktionen die logische Beschreibung von Datenverarbeitungsaufgaben von den zugrunde liegenden Hardware-Mikroarchitekturen entkoppeln. Dadurch verbessert ihre Forschung die Flexibilität, Erweiterbarkeit und Leistungsfähigkeit von Datensystemen über sich wandelnde Anwendungen und Hardwareplattformen hinweg.
Da datenintensive Anwendungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft immer wichtiger werden, steigt der Druck auf moderne Datensysteme, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Bisher bedeutete dies entweder die Entwicklung hochspezialisierter Systeme, die sich nur schwer wiederverwenden lassen, oder die fortlaufende Erweiterung bestehender Systeme um neue Funktionen, wodurch diese zunehmend komplex und wartungsintensiv werden. Gicevas Forschung zeigt einen alternativen Ansatz auf.
Flexibilität ohne Leistungseinbußen
Ein zentrales Konzept ihrer ausgezeichneten Arbeit besteht darin, die enge Kopplung von Softwarekomponenten zu reduzieren. Anstatt beispielsweise ein Datenformat fest mit einer bestimmten Datenbank-Engine oder eine Berechnung mit einem speziellen Prozessor zu verknüpfen, entwickeln Giceva und ihr Team Abstraktionen, die eine unabhängige Weiterentwicklung dieser Komponenten ermöglichen. Gleichzeitig stellen diese ausreichend Informationen bereit, damit das System seine Leistung weiterhin optimieren kann.
„Unser Ziel ist es, Systeme zu entwickeln, die sich an Veränderungen anpassen können, ohne dabei an Leistungsfähigkeit einzubüßen“, sagt Giceva. „Indem wir einige der grundlegenden Schnittstellen und Bausteine neu denken, können wir Datensysteme schaffen, die über deutlich längere Zeiträume hinweg effizient bleiben.“
Nachhaltiger Einfluss auf Forschung und Systemdesign
Der Einfluss von Gicevas Forschung zeigt sich bereits in Wissenschaft und Industrie. Ihre Arbeit zu deklarativen Sub-Operatoren, die auf der VLDB Konferenz 2023 vorgestellt wurde, hat neue Impulse für die Entwicklung von Datenbanksystemen gesetzt.
Ein prominentes Beispiel aus der Industrie ist das CoddSpeed-Framework für Microsoft Fabric. Es verfolgt einen ähnlichen Ansatz, indem komplexe Datenbankoperatoren in kleinere, wiederverwendbare Komponenten, sogenannte Sub-Operatoren, zerlegt werden. Dadurch lassen sich diese leichter auf unterschiedlichen Rechen- und Netzwerkbeschleunigern abbilden.
Mit ihrer Forschung zeigt Jana Giceva, wie Datensysteme langfristig sowohl anpassungsfähig als auch leistungsfähig bleiben können. Damit trägt sie dazu bei, die nächste Generation datengetriebener Infrastrukturen mitzugestalten. Der VLDB Early Career Research Contribution Award 2026 würdigt eine Forschungsvision, die bereits heute sowohl die Datenbankforschung als auch die Entwicklung industrieller Datensysteme beeinflusst.