VDE Bayern Awards für ehemalige CIT Doktoranden

Forschung, Auszeichnungen |

Zwei ehemalige Doktoranden der TUM School of Computation, Information and Technology haben den VDE Bayern Award erhalten. Mit dem Preis will der VDE Bayern auf herausragende technische und wissenschaftliche Leistungen aufmerksam machen. In der Kategorie Wissenschaft überzeugten Andreas Noll und Jonas Kornprobst.

Dr. Jonas Kornprobst und Dr. Andreas Noll bei der Preisverleihung (Quelle: VDE)
Dr. Jonas Kornprobst und Dr. Andreas Noll bei der Preisverleihung (Quelle: VDE)

Klingt wie ein futuristischer Traum: Beim Video-Call den neuen Pullover der Freundin auch fühlen können – einfach so, mit einem haptischen Ausgabegerät. Tatsächlich wird an der Übertragung taktiler Empfindungen, also der Einbindung des Tastsinns, längst geforscht. Erste Geräte existieren bereits, die die Beschaffenheit von Oberflächen erfassen und andernorts wieder ausgegeben können. In diesem Bereich liefert Dr.-Ing. Andreas Noll mit seiner interdisziplinären Dissertation herausragende technische Innovationen. Er entwirft für die Übertragung vibrotaktiler Signale Komprimierungsmethoden, die die Datenmenge reduzieren und trotzdem die wahrgenommene Qualität der übertragenen Signale maximieren. Dazu setzt er neuronale Netzwerke und maschinelles Lernen ein. In Kooperation mit Psychologinnen und Psychologen entwickelt er Verfahren, mit denen die wahrgenommene Qualität an haptischen Ausgabegeräten überhaupt erst bewertet werden kann. Aus der Forschungsarbeit von Dr. Andreas Noll wurden bereits zwei Patente angemeldet – was die hohe Relevanz seiner Ergebnisse unterstreicht. Seit seiner Promotion arbeitet er als Software-Berater in der Informationstechnik.

Dr.-Ing. Jonas Kornprobst ebenfalls von der Technischen Universität München entwickelt in seiner Dissertation Techniken, mit denen die Ungenauigkeiten der Verfahren zur Lösung von Magnetfeldintegralgleichungen behoben werden können. Zur Analyse elektromagnetischer Strahlung und Streuung sind numerische Verfahren der Feldberechnung wichtige Werkzeuge. Unter bestimmten Bedingungen, etwa bei hohen Strahlungsfrequenzen, sind diese Rechenmethoden aber ungenau – selbst kommerzielle Spezial-Software liefert in manchen Fällen keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die Algorithmen von Dr. Jonas Kornprobst lösen verschiedene Oberflächenquellen-Probleme mit geringem Rechenaufwand und hoher Zuverlässigkeit. Seine Ergebnisse hat Dr. Jonas Kornprobst in 15 Artikeln in einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlicht. Seit seiner Promotion entwickelt er bei einem Unternehmen Elektronik für Messgeräte.